| |
Die Vereinigung "Schweizer Ärzte
gegen Drogen" will auf der Grundlage naturwissenschaftlicher medizinischer Forschung
sowie psychologischer und soziologischer Erkenntnisse und historischer Erfahrungen zu
Drogenprävention und Drogentherapie Stellung nehmen.
Der Name unserer
Vereinigung drückt eine klare Haltung aus, die sich angesichts der offensichtlichen
Verunsicherung der Bevölkerung und der Politiker in der derzeitigen Diskussion um eine
effiziente und erfolgversprechende Drogenpolitik geradezu aufdrängt. Wir wollen
eindringlich darauf aufmerksam machen, dass alle Massnahmen in diesem Bereich auf der
Grundlage des medizinischen Wissens über Drogen und Sucht zu erfolgen haben, sollen sie
erfolgreich sein und unsere Jugend und unsere Gesellschaft gesund erhalten.
Die Tatsache, dass auch ein Teil der Ärzteschaft verunsichert worden ist und sich
Resignation breit macht, hat uns bewogen, diese ärztliche Vereinigung zu gründen, die im
"Drogenstreit" auf grund medizinischer und epidemiologischer Fakten Stellung
nehmen wird.
- Die von verschiedener Seite propagierte Drogenliberalisierung hat in der Bevölkerung
die gesunde Abwehrhaltung gegen Drogen geschwächt.
- Drogenkonsum ist nicht "naturgegeben" oder eine Phase im Leben eines
Menschen. Er entsteht auf grund jeweils bestimmbarer Faktoren. Deshalb kann man
Drogenkonsum vorbeugen und kann ihn zu jedem Zeitpunkt therapieren. Drogenkonsum ist auch
kein Freizeitvergnügen, sondern eine Fehlentwicklung, die dem einzelnen und der
Gesellschaft schadet.
- Die Drogenprävention - will sie wirksam sein - muss darauf abzielen, dass
keine Drogen konsumiert werden. Primäre Prävention beruht auf der Aechtung der Droge.
- Die Früherfassung und Betreuung von Gefährdeten und die Therapie bereits
Süchtiger ist humaner, erfolgreicher und ökonomischer als ihre Belassung in der Sucht,
in Krankheit, Invalidität, Elend und Kriminalität.
- Der Drogenabhängige ist unglücklich und in seiner Gesundheit geschädigt; er ist
seiner Freiheit und seines freien Willens beraubt. Deshalb benötigt er unsere Hilfe in
Form einer abstinenzorientierten Therapie und Rehabilitation. Mitmenschlich ist,
ihn nicht aufzugeben, sondern ihn aus der Sucht herauszuführen und danach in unsere
Gesellschaft zu integrieren.
- Die Abgabe von Heroin und anderen Drogen unter dem missbräuchlichen Titel
"Überlebens-hilfe" bedeutet Resignation und Kapitulation vor der
Suchtproblematik und setzt falsche Signale für alle übrigen Gefährdeten.
- Wir weisen Forderungen und Bestrebungen nach Legalisierung von Rauschgiften zurück.
- Wir unterstützen Bestrebungen und Organisationen, die in der klaren Zielsetzung der
Drogen-bekämpfung mit uns einig gehen.
Das Engagement der Ärzteschaft in dieser Frage im Sinne des hippokratischen Eides ist
bedeutsam und wegweisend.
zum Seitenanfang
Ärzte-Charta gegen Drogen
Ausgangslage
Die Drogensucht hat in den letzten Jahren stark zugenommen und ist zum Spielball
fragwürdiger wirtschaftlicher und politischer Interessen geworden.
Liberalisierungsbestrebungen haben den Konsens gegen Drogen in der Bevölkerung
untergraben und ihre gesunde Abwehr gegen Drogen geschwächt.
Wir stellen fest:
- Rauschgifte sind gefährliche Substanzen, die den Körper und die Persönlichkeit
schädigen. Sie berauben Menschen ihrer Freiheit und zerstören Familie und Gesellschaft.
- Drogenabhängigkeit ist nicht einfach eine "Phase" im Leben eines Menschen,
die spontan abklingt und keinerlei Schäden hinterlässt. Drogen sind psychoaktive
Substanzen, die eine schwere Abhängigkeit bewirken, ein gesundes und glückliches Leben
verunmöglichen und in vielen Fällen zum Tode führen.
- Der Rauschgiftmissbrauch breitet sich epidemisch aus. Dies geschieht über eine
psychosoziale Ansteckung, was besonders bei Jugendlichen zu beobachten ist.
- Mangelnde Aufklärung über die Schädlichkeit der Rauschgifte oder gar deren
Verharmlosung sowie eine hohe Verfügbarkeit von Rauschgiften führen zu einer massiven
Erhöhung des Neugierkonsums und der Zahl der Abhängigen.
- Der Drogenabhängige braucht umfassende Betreuung und ärztliche Hilfe in Form einer
abstinenzorientierten Therapie mit Entzug, Entwöhnung und Wiedereingliederung in die
Gesellschaft.
zum Seitenanfang
Deshalb erklären wir
- Aus ethischen, gesellschaftlichen und medizinisch-wissenschaftlichen Gründen müssen
sich alle Massnahmen im Drogenbereich am Ziel der Abstinenz und einer rauschgiftfreien
Gesellschaft orientieren.
- Wir weisen alle Forderungen nach Legalisierung von Rauschgiften zurück.
- Die Bevölkerung insbesondere die Jugend, hat das Recht auf umfassende Informationen
über die Folgen des Rauschgiftkonsums für Gesundheit, Familie und Gesellschaft. Von
grosser Bedeutung ist die sachgemässe und altersentsprechende Aufklärung über die
Schädlichkeit der Rauschgifte und der Rauschgiftkonsums. In den Präventionskampagnen des
Bundes und der Kantone sollen diese sachlichen Informationen verbreiten werden.
Verharmlosende Darstellung lehnen wir ab.
- Wesentlich für den Schutz der Jugend vor Drogen sind ein gefühlsmässiger Rückhalt in
der Familie, ein drogenfreier Freundeskreis, ein gutes Vorankommen in der Schule, eine
sinnvolle berufliche Perspektive, ein Ziel im Leben und tragende Werte. Solche Bedingungen
stärken die Persönlichkeit der Kinder und Jugendlichen, so dass sie zu Drogen nein sagen
können. Die Familie muss als zentrale Institution der Primärprävention erkannt und
gestärkt werden, auch von behördlicher Seite.
- Zur Unterstützung der präventiven Bemühungen und zur Verminderung des Angebots ist
das Drogenverbot notwendig. Damit besteht die Möglichkeit, gefährdete Jugendliche
frühzeitig zu erfassen und sie über die Gefährlichkeit ihres Handelns aufzuklären.
- Alle Bürger haben das Recht auf ein vor Unfällen, Gewalttätigkeiten und anderen
negativen Begleiterscheinungen des Drogenkonsums geschütztes Familien-, Gesellschafts-
und Arbeitsleben.
Das Fahren unter Drogen muss geahndet werden. Zur Unfallverhütung sind die Arbeitsplätze
drogenfrei zu halten. Jegliche Szenenbildung muss unterbunden werden.
Alle Kinder und Jugendlichen haben das Recht, in einer Umwelt aufzuwachsen, in der sie
nicht mit Drogen in Kontakt kommen.
- Alle Drogengefährdeten und Drogensüchtigen und ihre Familienangehörigen haben das
Recht auf Zugang zu abstinenzorientierter Beratung, Betreuung und Therapie, die den
einzigen erfolgreichen Weg aus der Sucht darstellt. Die Therapie kann jederzeit begonnen
werden und soll den Süchtigen von Anfang an dazu befähigen, ohne Drogen oder
Ersatzstoffe leben zu lernen
- Jegliche Abgabe von Rauschgiften an Süchtige, auch wenn sie als " therapeutische
Massnahme" oder "wissenschaftlicher Versuch" deklariert ist, lehnen wir ab.
Auch abgegebene Drogen sind schädlich, verfestigen und verlängern die Sucht und machen
die Chance auf ein abstinentes Leben zunichte.
- Die wissenschaftlichen Befunde müssen wieder Grundlage jeglicher präventiver und
therapeutischer Massnahmen im Drogenbereich sein. Die Forschung muss sich an die
international gültigen wissenschaftlichen und ethischen Standards halten.
- Wir unterstützen internationale Abkommen und Verträge, die Strafen und Sanktionen
gegen den Drogenhandel verlangen. Wir wenden uns gegen jeden Versuch, die Grundsätze
dieser Abkommen und Verträge aufzuweichen.
- Wir unterstützen Organisationen , die mit den Grundsätzen dieser Charta
übereinstimmen.
- Wir unterstützen die Rechte und die Freiheit des einzelnen, soweit Stabilität,
Gesundheit und Wohlfahrt der Gesellschaft nicht gefährdet werden.
- Wir Ärzte unterstützen die Bemühungen, das Drogenelend mittels einer
abstinenzorientierten Politik zu lindern. Die Ärzteschaft sollte jegliche Stellungnahme
unterlassen, welche die Abwehrhaltung der Bevölkerung und den Konsens gegen Drogen
schwächt.
zum Seitenanfang
STATUTEN
VEREINIGUNG SCHWEIZER ÄRZTE
GEGEN DROGEN (VSAGD)
I. Name und Sitz
1. NameUnter dem Namen VEREINIGUNG SCHWEIZER ÄRZTE GEGEN DROGEN V S A
G D besteht ein gemeinnütziger Verein im Sinne von Art. 60 ff ZGB. Der Verein ist
parteipolitisch und konfessionell neutral.
2. Sitz
Sitz des Vereins ist das jeweilige Domizil des Geschäftsführenden Sekretärs
/Präsidenten
II. Vereinszweck
3. Zweck
Der Verein bezweckt die Förderung der Information über die Wirkung von Rauschgift,
abstinenzorientierte Therapie und Präventionsmodelle. Er steht auf der ethischen Basis
des hippokratischen Eides und lehnt vor diesem Hintergrund jede Drogenfreigabe und -
liberalisierung ab.
Der Verein kann Mittel einsetzen für die Verbreitung von Informationen über die
Drogenproblematik im weiteren Sinne und die Bedeutung einer direkt auf Abstinenz
ausgerichteten Drogenpolitik für den Einzelnen, die ganze Gesellschaft und die
Volksgesundheit.
Weiter kann er Mittel einsetzen für die Herausgabe von Publikationen, für öffentliche
Stellungnahmen, die Durchführung von Veranstaltungen, Schulung etc. im Sinne des
Vereinszweckes.
Die zur Erfüllung des Vereinszwecks geeigneten Aktivitäten bestimmt der Vorstand. zum
Seitenanfang |
|