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Internationale Kritik an Schweizer Heroinversuchen


Bericht der externen Expertenkommission der WHO
Stellungnahmen des Suchtstoffkontrollrates der UNO (INCB)

 

Vorwort

Der im Frühjahr 1999 veröffentlichte Bericht der externen Expertenkommission der WHO bestätigt, dass die Heroinversuche gescheitert sind. Die Schweizer Versuchsleiter konnten nicht beweisen, dass die ärztliche Abgabe von Heroin an Süchtige den bewährten, anerkannten Suchtbehandlungen überlegen oder wenigstens ebenbürtig wären. Die Versuchsanordnung war nicht geeignet zu belegen, ob sich der Gesundheitszustand der Probanden durch die ärztlichen Heroinabgabe verbessert hat, die Kriminalitätsrate von Heroinabhängigen gesenkt werden konnte oder HIV-Ansteckungen verhindert werden konnten. Die Experten weisen auf methodologische Mängel hin. Auch das Fehlen standardisierter Versuchs-Protokolle wurde beanstandet.

Warum die Heroinabgabe in der Schweiz trotzdem in eine anerkannte Behandlung umgewandelt wurde, bleibt deshalb unverständlich.

Der Suchtstoffkontrollrat der UNO in Wien meldete bereits zu Beginn der Heroinversuche erhebliche Vorbehalte und Bedenken an. Er forderte den Bundesrat bereits 1994 dazu auf, die Versuche von der WHO in bezug auf ihre Wissenschaftlichkeit überprüfen zu lassen.

Die euphorischen Erfolgsmeldungen der Presse - bereits während der laufenden Heroinversuche, ohne dass die Resultate in den Publikationen der Fachwelt vorgelegt wurden - rief bei vielen Ärzten und Wissenschaftlern Skepsis an der Wissenschaftlichkeit der Schweizer Heroinversuche hervor.

Die Heroinabgabe hat nämlich nachhaltige unerwünschte Folgen: Die etablierten Suchtbehandlungen, deren Wirksamkeit erwiesen ist, wurden desavouiert, wodurch die Behandlung und Rehabilitation von Drogenabhängigen schwieriger wurde; die Wissenschaft kapitulierte vor dem Druck der Schweizer Medien sowie einiger Versuchsleiter und Politiker; etwa 50 Millionen Franken Steuergelder wurden für die Versuche verschleudert.

Damit es Ihnen möglich ist, sich selber eine Meinung über die Schweizer Heroinversuche zu machen, haben wir Ihnen im Folgenden den Bericht der WHO-Expertenkommission und Stellungnahmen des Suchtstoffkontrollrates (International Narcotic Control Board, INCB) in deutscher Übersetzung vorgelegt. Der englische Originaltext kann in der englischen Ausgabe der vorliegenden Broschüre nachgelesen werden. Im vorangehenden Kapitel "Geschichte der Schweizer Heroinversuche" wird das Umfeld und die Hintergründe dieser Versuche skizziert.

 Wer sich rasch einen Überblick verschaffen will, lese die folgenden Passagen:

  • Geschichte der Schweizer Heroinversuche
  • Pressemitteilung des INCB
  • Hintergrund im WHO-Bericht (S...)
  • Zusammenfassung im WHO-Bericht (S...)
  • Schlussfolgerungen im WHO-Bericht (S...)

 Die nüchterne Zurückhaltung in den sprachlichen Formulierungen der Expertenkommission wird den wissenschaftlich geschulten Leser nicht davon abhalten, die deutliche und unmissverständliche, fundierte Beurteilung der Experten als klares Scheitern der Versuche zu erkennen. Die Beurteilung der unabhängigen Experten der WHO ist für die Versuchsleiter peinlich und beschämend.

Aus dieser Beurteilung müssen die richtigen Schlüsse erst noch gezogen werden. Der Bundesrat hatte versprochen, nur dann die Versuche in eine ärztliche Heroinabgabe überzuführen, wenn diese erfolgreich sind. Trotz Scheitern der Versuche, wird die Drogenabgabe nun auf der Grundlage einer Verordnung fortgesetzt. Trotz Scheitern sollen diese Versuche in der bevorstehenden Revision des Betäubungsmittelgesetzes eine gesetzliche Basis erhalten. Trotz unwissenschaftlicher Arbeitsweise reisen die Versuchsleiter in der ganzen Welt herum, propagieren entgegen jeglicher Vernunft die Versuche als Erfolg und empfehlen anderen Ländern die Einführung der Heroinabgabe. Dies in Gegensatz zum INCB, welcher allen Ländern davon abrät, die Heroinabgabe als Behandlungs-methode einzuführen.

Wissenschaftlichkeit und wissenschaftliches Vorgehen setzen ein hohes Ethos und hohe Standards voraus, die eingehalten werden und nicht nur als Deckmäntelchen für versteckte politische Zielsetzungen dienen sollen. Unser Wunsch ist es, den Drogensüchtigen wirksame Therapien nach den anerkannten Regeln der ärztlichen Kunst zu gewährleisten.

Für die Herausgeber

Dr. med. Hans Köppel,

Schweizer Ärzte gegen Drogen


 

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Geschichte der Schweizer Heroinversuche

3. Chronologie

4. Vereinte Nationen – Pressedienst. Pressemitteilung des INCB. Besorgnis
über die Heroinabgabe bleiben nach der Evaluation der Schweizer Projekte
bestehen

5. Stellungnahme der WHO zur Bewertung der wissenschaftlichen
Schweizer Studie mit ärztlicher Verschreibung von Betäubungsmitteln an Drogenabhängige

6. Bericht der externen Expertenkommission der WHO zur Bewertung der
wissenschaftlichen Schweizer Studie mit ärztlicher Verschreibung von
Betäubungsmitteln an Drogenabhängige

7. Jahresberichte des INCB für 1998, 1997, 1996 zur Situation in der Schweiz

8. Interview mit Herbert Schaepe, Sekretär INCB im Tages Anzeiger
vom 28.2.95

 

Die Deutsche Bibliothek – CIP-Einheitsaufnahme

Internationale Kritik an «Schweizer Heroinversuchen»:

Bericht der externen Expertenkommission der WHO; Stellungsnahme des Suchtstoffkontrollates der UNO (INCB) /

Hrsg.: Schweizer Ärzte gegenDrogen und AIDS-Aufklärung der Schweiz. – 1. deutsche Auflage – Zürich: Schweizer Ärzte gegen Drogen, 1999

ISBN 3-9521546-4-4

© Herausgeber Schweizer Ärzte gegen Drogen und AIDS-Aufklärung

Schweiz

1. Auflage deutsch 1999

1. Auflage französisch 1999

1. Auflage englisch 1999

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Bericht der externen Expertenkommission der WHO
(Download als PDF)

 

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Stellungnahme des Suchtstoffkontrollrates der UNO (INCB)

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Ein Überblick für die drogenpolitische Diskussion