Heroinabgabe in der Schweiz


Analyse der Wissenschaftlichkeit der Begleitforschung

Vorwort:

"Ich begrüsse, dass der schweizerische Bundesrat kürzlich angekündigt hat, vor Mitte 1997 keine weitere Entscheidungen bezüglich der Heroinabgabe an Süchtige zu treffen, d.h. nicht bevor die Schweizer Regierung und die WHO die Auswertung der Projekte abgeschlossen haben."

Dr. O. Schroeder,
Präsident des Internationalen Suchtstoffkontrollrates (INCB)
vor der UNO-Drogenkommission im April 1996


Der Rat bedauert, dass Interessengruppen und einige Politiker bereits Druck machen, um die Ausweitung solcher Programme in der Schweiz un ihre Verbreitung in anderen Ländern voranzutreiben, noch bevor die Überprüfung der Schweizer Ergebnisse durch die WHO vorliegt."

Bericht des Internationalen Suchtstoffkontrollrates 1997,
367, Februar 1998


In der Schweiz wurden von 1993 bis 1996 «wissenschaftliche Versuche» mit Abgabe von Heroin an maximal 800 Drogensüchtige durchgeführt und seit Abschluss der Versuchsphase weitergeführt.

Diese Heroinprojekte sollten «medizinisch kontrolliert» und «wissenschaftlich begleitet» sein und gemäss wiederholten Beteuerungen höchster Regierungsbeamter nicht zu einer schleichenden Einführung der Drogenlegalisierung führen.

Die internationale Staatengemeinschaft stand diesen Projekten von Anfang an ausserordentlich skeptisch gegenüber. Wiederholt wurden begründete Bedenken zum Zweck und zu den Auswirkungen derVersuche geäussert. In der Drogenkommission der Vereinten Nationen übten schon im April 1996 Vertreter verschiedener Staaten scharfe Kritik an den Schweizer Heroinabgabeversuchen und an den erkennbaren Bestrebungen zur Drogenlegalisierung. Dessen ungeachtet hat der Schweizer Bundesrat im Herbst 1997 mit den angeblich positiven Resultaten der Heroinprojekte bereits aktiv in den Abstimmungskampf gegen die Volksinitiative für eine «Jugend ohne Drogen» eingegriffen. Ende Februar 1998 hat er gar beschlossen, die Heroinversuche auszuweiten ohne Beschränkung der Teilnehmerzahl. Die zur Auswertung der Versuche eingesetzten Forschungsbeauftragten reisten in den vergangenen Monaten in viele Länder und Städte Europas, sogar bis nach Australien, um die Heroinabgabe als neue «Therapieform» anzupreisen.

Diese Hoffnung ist mehr als trügerisch, wie auch die nun als Broschüre vorliegende Analyse von Dr. med. Ernst Aeschbach zur Begleitforschung der Heroinprojekte deutlich macht. Die Mängel in Anlage und Methodik dieser Forschung sind so gravierend, dass von Wissenschaftlichkeit kaum mehr die Rede sein kann. ie Broschüe ist ein wichtiger Beitrag zu einer sachlichen, orgfätigen und wissenschaftlichen Diskussion der Ergebnisse er Schweizer Heroinabgabeversuche.

Dr. med. Hans Köppel,
Co-Präsident "Schweizer Ärzte gegen Drogen"

 

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Zum Abschlussbericht über die «Versuche für eine Ärztliche

Verschreibung von Betäubungsmitteln» in der Schweiz

1.EINLEITUNG 5

2.GRUNDSÄTZICHE BEMERKUNGEN 7

3.PROJEKTBESCHREIBUNG, ZIELSETZUNG, DURCHFÜHRUNG 9

4.METHODISCHE MÄNGEL 11

Grundsätzliche Bemerkungen zur wissenschaftlichen Methodik

Im Heroinversuch angewandte Methoden

Zuverlässigkeit der erhobenen Daten

Gute klinische Praxis

5.DISKUSSION DER ERGEBNISSE

Pharmakodynamik / Pharmakokinetik

Anzahl der Teilnehmer / Stichproben

Dosierung und Verlauf

Berner Doppelblindversuch

A. Status bei Eintritt

B. Veränderungen im Verlauf

Körperliche Gesundheit

Psychische Gesundheit

Schwangerschaften

Sucht- und Risikoverhalten

Soziale Integration

Delinquenzverhalten

C. Diskussion der Austritte und Anschlussbehandlungen

6.KRITIK AN DER INTERPRETATION DER ERGEBNISSE

Haltequoten

Was bedeutet eine hohe Haltequote hinsichtlich der vorgegebenen Zielsetzung?

Was ist das eigentliche therapeutisches Agens?

Ist ein Vergleich mit anderen Behandlungsmethoden zulässig?

 

Impressum

Die Deutsche Bibliothek CIP-Einheitsaufnahme

Aeschbach, Ernst:

Heroinabgabe in der Schweiz: Analyse der Wissenschaftlichkeit der Begleitforschung; zum Abschlussbericht über die «Versuche für eine Ärztliche Verschreibung von Betäubungsmitteln» / Ernst Aeschbach.

Schweizer Ärzte gegen Drogen.

2. Aufl. Zürich: Schweizer Ärzte gegen Drogen, 1999.

ISBN 3-9521546-0-1

Herausgeber: Schweizer Ärzte gegen Drogen

Gestaltung: Albert Graf

' Copyright: Dr. med. Ernst Aeschbach

1. Auflage 1998 (1 5000)

1. französische Ausgabe 1998

Vollständiger Bericht in PDF

 

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von
Dr. med. Ernst Aeschbach

 

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Zum Abschlussbericht über die "Versuche für eine ärztliche Verschreibung von Betäubungsmitteln"