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Ecstasy, auch XTC, Adam,
E, Cadillac oder Partypille genannt, wurde in den letzten Jahren zunehmend von
Jugendlichen an Technoparties oder «Raves» als Aufputschmittel geschluckt. Seit 1990
weist die Kurve des Ecstasy-Konsums steil nach oben. Die Hemmschwelle eine Tablette zu
schlucken, ist niedriger, als Drogen zu rauchen oder gar zu spritzen. Für einen Teil der
Jugendlichen ist Ecstasy ein Einstieg in den Konsum anderer Drogen.
Was ist Ecstasy ?
Die chemische Bezeichnung für Ecstasy ist 3,4-Methylen-Dioxy-Methamphetamin,
kurz MDMA. Ecstasy kommt in der Natur nicht vor. Es wird chemisch hergestellt. Die
synthetische Substanz ist schon seit 1912 bekannt. MDMA ist chemisch und pharmakologisch
verwandt mit den Amphetaminen. Dies sind Weckmittel, die wegen ihrer Nebenwirkungen in der
Medizin kaum eine Bedeutung haben, jedoch immer wieder als Aufputschmittel in Kriegen (
z.B. «Stuka -(Sturzkampfbomber) Pillen») Anwendung fanden, um Ermüdung nicht aufkommen
zu lassen und Soldaten die Hemmung vor gefährlichen Einsätzen zu nehmen.
MDMA wurde früher als Appetitzügler eingesetzt, wegen seiner schweren Nebenwirkungen
jedoch bald abgesetzt. Mitte der achtziger Jahre wurde es von der
UNO-Betäubungsmittelkommission in die Liste der verbotenen Stoffe aufgenommen.
Schädigende Auswirkungen auf den Körper
Wirkmechanismus
Die akute Wirkung beruht auf einer starken Ausschüttung und Wiederaufnahmehemmung von
Serotonin, einem wichtigen Hirn-Botenstoff (Transmitter) an den Nervenendigungen, an denen
die Signalübertragung zu anderen Nervenzellen stattfindet.
Der Wirkungseintritt erfolgt in der Regel 20-60 Minuten nach der Einnahme. 2 Stunden
später ist die stärkste Wirkung erreicht, nach weiteren 2 Stunden nimmt sie wieder ab.
Die unmittelbare Wirkung ist eine Über-Stimulierung des ganzen Organismus. Der
Ecstasy-Konsument wird unruhig, überaktiv, überwach, manchmal aber auch
ängstlich-nervös. Die Körpertemperatur steigt. Die Muskelspannung ist erhöht, die
Reflexe sind gesteigert, gelegentlich kommt es zu Muskelkrämpfen und Zittern. Ein
anhaltender Appetitverlust ist die Regel, gelegentlich verbunden mit Übelkeit.
Regelmässig auftretende, unangenehme Effekte sind: Störung der Ich-Abgrenzung,
Rastlosigkeit, Konzentrationsstörungen, eingeschränktes Urteilsvermögen,
Wahrnehmungsstörungen des Gehörs und des Sehens (Halluzinationen), Angst, depressive
Verstimmung. Hinzu kommen Gangunsicherheit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Harndrang.
Längerdauernde Effekte sind: Abnahme des Schlafbedürfnisses, Appetitverlust,
Gereiztheit, Konzentrationsstörungen, Verschlossenheit, Erschöpfungszustände,
Rastlosigkeit, herabgesetztes sexuelles Verlangen, Sprach- und Gedächtnisstörungen.
Untersuchungen haben gezeigt, dass die nachfolgend beschriebenen Schäden eindeutig der
Wirkung von Ecstasy und nicht Verunreinigungen durch andere Stoffe zugeschrieben werden
können. Dies bestätigen die Tierversuche an Ratten und Menschenaffen.
Herz und Kreislauf
Mögliche Folgen sind Herzrythmusstörungen, Erhöhung des Pulses, Anstieg des
Blutdrucks, Herzmuskelerkrankungen, Hirnblutungen, Hirninfarkte. In einigen Fällen tritt
ein plötzlicher Herztod auf.
Störung der Regulation der Körpertemperatur
ist die bekannteste Komplikation. Die Temperatur steigt auf 40 43 Grad an. Lange
wurde sie mit dem intensiven Tanzen in überhitzten Räumen und hohem Flüssigkeitsverlust
in Zusammenhang gebracht. Es gab aber auch Fälle, bei denen die Übertemperatur ohne
Tanzen in überhitzten Räumen auftrat. In manchen Fällen kommt es gleichzeitig zu einem
Zerfall der Muskelzellen und Blutgerinnung in den Gefässen. Solche schweren
Komplikationen enden oft tödlich.
Hornhauterkrankungen
Kleine Hornhautverletzungen treten als Folge des gestörten Lidschlags auf, so dass die
Hornhaut austrocknen kann und so geschädigt wird.
Tod nach Ecstasy-Konsum
Immer wieder kommt es vor, dass junge Menschen unmittelbar nach Ecstasy-Einnahme
sterben manchmal bereits nach erstmaliger Einnahme. Diese Todesfälle sind nicht
auf Verunreinigungen zurückzuführen.
Todesursachen bei Ecstasy-Konsum sind:
- plötzlich einsetzende Herzrhythmusstörungen oder Herzstillstand,
- massive Erhöhung der Körpertemperatur durch Lähmung der Temperaturregulation im
Gehirn,
- spontane Gerinnung des Blutes in den Gefässen, wodurch die Blutgefässe verstopft
werden und eine Versorgung mit Sauerstoff nicht mehr möglich ist,
- toxische Leberentzündungen gefolgt von Leberversagen,
- Nierenversagen mit Unfähigkeit, Wasser auszuscheiden und
- Zerfall der Muskulatur (Rhabdomyolyse), was zu einer inneren tödlichen Vergiftung
führt und die Nieren zusätzlich schädigt.
Eine einzelne Ecstasy-Tablette kann eine dieser tödlichen Folgen haben. 1995 waren
allein in Deutschland 15 Todesfälle direkt auf Ecstasy-Einnahme zurückzuführen. In
England sind seit 1990 schätzungsweise 50-100 Personen gestorben (Überdosierung,
Herzversagen, Leberversagen, Hyperthermie, Unfälle). In Holland sind bis 1996 10
Todesfälle nach Ecstasy-Einnahme dokumentiert. In der Schweiz wurden gemäss Angaben des
Bundesamtes für Polizeiwesen von 1993 bis 1997 neun Todesfälle gemeldet.
Das Nervensystem leidet
Auswirkungen auf den Serotonin-Stoffwechsel
Ecstasy verändert den Hirnstoffwechsel. Es greift in die Steuerungsmechanismen des
Botenstoffs Serotonin ein. Serotonin steuert viele alltägliche Prozesse wie
Stimmungsschwankungen, Gedächtnis, Schlaf, Appetit und sexuelle Aktivität. Ecstasy
greift in den Serotonin-Stoffwechsel ein, indem es den Serotonin-Transporter ausser
Gefecht setzt. Dadurch überflutet das körpereigene Serotonin die Spalten an den
Nervenendigungen, an denen die Impulsübertragungen zu anderen Nervenzellen stattfinden.
Mit jeder einzelnen Dosis MDMA, die eingenommen wird, erschöpft sich der Vorrat an
Serotonin in diesen Nervenzellen. Dadurch kommt es zu Fehlfunktionen wichtiger
Gehirnzentren.
Schäden an Nervenzellen
Ecstasy kann die Nervenzellen schädigen. Solche Befunde sind schon seit geraumer Zeit
aus Tierversuchen bekannt. Aus Untersuchungen an Affen weiss man, dass einige dieser
Veränderungen im Gehirn endgültig sind - sie sind auch nach Aufhören mit Ecstasy nicht
wiedergutzumachen.
In einer neuen Studie wurden mittels Positronenemissionstomographie (PET) die Hirne von
vierzehn ehemaligen Ecstasy-Konsumenten durchleuchtet. Dabei wurde festgestellt: Personen,
die in der Vergangenheit in grösseren Mengen Ecstasy konsumiert hatten, besassen
bedeutend weniger Serotonin-Transporter-Eiweisse. Je mehr Ecstasy eingenommen worden war,
desto deutlicher war dieser Effekt.
Die Ursache hierfür ist ein Verlust oder eine Schädigung der Nervenfaserenden. Es
wird vermutet, dass MDMA die Nervenfasern der Serotonin-Zellen regelrecht zurückstutzt
und zerstört. Ob der Schaden bleibender Natur ist, bleibt vorerst offen.
Einzelfälle von Zerstörung der weissen Hirnsubstanz, wie sie auch nach
Heroin-Folienrauchen auftreten können, sind ebenfalls nach Ecstasy-Konsum beschrieben.
Epilepsieartige Krampfanfälle
Epileptische Anfälle sind die häufigste neurologische Komplikation von Ecstasy.
Parkinson-Syndrom
Ecstasy kann zu Parkinson-Krankheit führen. Auslöser sind vermehrt auftretende freie
Sauerstoffradikale im Gehirn. Bereits Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren leiden dabei
an der gleichen Degeneration im Gehirn, die sonst nur bei älteren Menschen auftritt.
Typische Symptome sind starkes Zittern, starre Mimik, starrer Blick und schwankender Gang.
Suchtpotential
Es entsteht eine seelische Abhängigkeit, die durch depressive Verstimmungen als Folge
der Schädigung der Serotonin-Zellen noch verstärkt wird.
Schädigende Auswirkungen auf die Psyche
Seelische Veränderungen können nach einmaliger, mehrmaliger oder langjähriger
Einnahme auftreten und chronisch werden: Antriebsverlust, allgemeine Inaktivität und
Passivität sowie Verflachung von Gefühlsreaktionen. Das Bild ähnelt dem Amotivationalen
Syndrom unter Cannabiskonsum.
Gedächtnisstörungen
Ecstasy-Konsum beeinträchtigt ebenso wie Cannabis - die Leistungsfähigkeit des
Gedächtnisses und führt zu Vergesslichkeit. Das Lernen für Schule, Lehre oder Beruf
kann dadurch stark erschwert werden.
Horrortrip, Angst- und Panikzustände
Nicht selten wird die anfängliche Euphorie nach Ecstasy-Einnahme überschattet von
schweren Angst- und Panikzuständen, die auch unter der Bezeichnung
"Horror-Trip" bekannt sind. Depressionen und Selbstmordgedanken können die
Folge sein.
Ebenfalls sind bereits nach einmaligem Konsum schwere depressive Verstimmungen gefolgt
von Selbstmord oder Selbstmordversuchen beobachtet worden. All dies sind Folgen der
Schädigung der Serotonin-Zellen im Gehirn, welche bei den Depressionen eine wichtige
Rolle spielen.
Schizophrenie-ähnliche Erkrankungen
Angstattacken können sich zu eigentlichen psychiatrischen Krankheitsbildern ausweiten,
bei denen der Bezug zur Realität weitgehend verloren geht. Der Kranke erlebt sich selbst
und seine Umgebung als verändert, unwirklich und oft auch als bedrohlich. Halluzinationen
und Wahnvorstellungen treten auf. Diese psychischen Ausnahmezustände (ähnlich einer
Schizophrenie) benötigen eine psychiatrische Behandlung, oft in einer Klinik.
Solche Erkrankungen können über Wochen und Monate bestehen bleiben oder auch später
ohne Ecstasy-Konsum unvermittelt wieder auftreten (flash-back). Für den Betroffenen
bedeuten sie einen schweren Einbruch in seine Lebensgeschichte, oft verbunden mit Schul-
oder Berufsabbruch und Verlust von Beziehungen und Freunden.
Ecstasy im Strassenverkehr
Die negativen Auswirkungen von Ecstasy betreffen auch den Strassenverkehr und
gefährden Unbeteiligte. Durch die aufputschende Wirkung der Droge wird ein aggressiveres
Fahrverhalten hervorgerufen und die Wahrnehmung der Realität verfremdet. Eine künstliche
Erweiterung der Pupillen erhöht die Gefahr, nachts durch entgegenkommende Scheinwerfer
geblendet zu werden. Hinzu kommt, dass die Droge die inneren Schmerz- und
Belastungsgrenzen ausschaltet, so dass nach einer durchtanzten Partynacht - wenn die
Wirkung der Droge nachlässt - oft plötzlich körperliche und seelische
Erschöpfungszustände auftreten.
Die Gefahr von Unfällen im Strassenverkehr wird so massiv erhöht, insbesondere da
viele Teilnehmer an den Technoparties mit eigenen Fahrzeugen unterwegs sind.
Flüssiges "Ecstasy"
oder GHB = Gamma-Hydroxy-Butyronsäure (oder
Butyrat) ist eine Droge, die nichts mit Ecstasy zu tun hat. Es ist eine wasserklare Flüssigkeit, die salzig schmeckt und meist in Plastikfläschchen
verkauft wird.
GHB wurde in den 60er Jahren als Narkosemittel verwendet, ebenso zur Ruhigstellung von
komatösen Schädelhirn-Verletzten. Wegen starken unerwünschten Nebenwirkungen (Krämpfe,
Erbrechen, unkalkulierbar lange Wirkungsdauer) wurde es durch andere Medikamente ersetzt.
GHB entfaltet seine Wirkung im Gehirn einerseits an eigenen GHB-Rezeptoren oder an den
GABA-Rezptoren (Gamma-Aminobuttersäure).
Körperliche Folgen
Niedrige Mengen führen zu Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Krampfanfällen.
Bereits eine geringe Erhöhung der eingenommenen Menge kann unangenehme Nebenwirkungen zur
Folge haben. So kommt es zu Verwirrtheit, Sprachstörungen, plötzlichem Schlaf und Koma.
Höhere Dosen führen zu Aggressivität.
GHB senkt die Zahl der Atemzüge und den Puls auf gefährlich tiefe Werte. Dies kann
Herz- und Atemstörungen zur Folge haben. Personen mit Vergiftungserscheinungen ringen
nach Luft wie Ertrinkende, verhalten sich äusserst aggressiv und müssen mehrere Stunden
künstlich beatmet werden.
Tod durch Atemstillstand
Die Todesursache ist jeweils Atemstillstand. Solche Todesfälle können auch ohne
zusätzlichen Alkoholkonsum auftreten. Alkohol und Drogen verstärken die negative Wirkung
auf das Atemzentrum und erhöhen damit die Gefahr eines tödlichen Atemstillstands.
Entzugssymptome
Nach längerem Missbrauch treten Entzugssymptome in Form von Schlaflosigkeit,
Angstzuständen und Zittern auf. Die Symptome dauern etwa 312 Tage.
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Warum nehmen Jugendliche Ecstasy? Aus
Langeweile, aus Neugier, um dazu zu gehören, um besser eine Freundin, einen Freund zu
finden, um Probleme zu vergessen. Ecstasy löst keine Probleme, sondern schafft neue. Wenn
Du Probleme hast, sprich mit den Freunden, den Eltern, dem Lehrer oder einem Psychologen!


Im Vergleich:
Ein Medikament, das weltweit ein oder mehrere Todesfälle zur Folge hat, wird sofort vom
Markt genommen und darf nicht mehr verkauft werden.
 
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| Gut drauf sein, Kontakte knüpfen, mit andern reden, das möchten die
Jugendlichen, wenn sie abends ausgehen. Dazu Tanzen, Ausgelassenheit- und Fröhlichsein!
Das geht auch ohne Drogen, ohne chemische Stimulierung!
High sein aus ureigenster echter Freude am Feiern, am Leben!
Ohne Drogen!
Das kann gelernt werden!

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Wenn jemand Schwierigkeiten hat, Anschluss zu finden,
hilft ihm die Droge nicht weiter. Benebelt im Kopf entsteht keine Freundschaft.
Freundschaft entsteht aus Echtheit, Klarheit und Vertrauen. Wer im Rausch ist, findet
keine echten Freunde. Das zeigt bereits der Alkohol.


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