Fakten zu Cannabis


Der Konsum von Cannabis nimmt bei den Jugendlichen rasant zu. In der Schweiz hat sich die Zahl der 15- bis 16-jährigen mit Konsumerfahrung von 1986 bis 2003 von 11 auf fast 50% erhöht.

Was wissen wir heute über Cannabis? Was sind die Wirkungen ? Welches sind die Gesundheitsschäden? Was ist wahr? Was ist falsch?

Was ist Cannabis?

Cannabis
(getrocknete Blätter) und Haschisch (gepresstes Harz der Blüten) werden aus der Cannabispflanze (Hanfpflanze) gewonnen. Je nach Herkunft und Sorte gibt es grosse Unterschiede im Rauschgiftgehalt. Durch gezielte Züchtung enthält Cannabis
heute bis zu 10 Mal mehr rauscherzeugendes Tetrahydrocannabinol (THC) als vor 20 Jahren. Desto grösser ist dadurch das Ausmass der Gesundheitsschädigung.

Cannabis besteht aus über 360 verschiedenen chemischen Substanzen. Nur von den wenigsten ist bis jetzt bekannt, wie sie im einzelnen wirken. Die wichtigste rauscherzeugende Substanz ist das Tetrahydrocannabinol. THC wird im Fettgewebe eingelagert und bleibt daher viel länger im menschlichen Körper als zum Beispiel Alkohol. So dauert es eine ganze Woche, bis die Hälfte des THC von nur einer einzigen Haschischzigarette abgebaut ist. Der vollständige Abbau dieses Schadstoffes braucht etwa einen Monat. Das bedeutet, dass auch Wochenendkonsumenten nie drogenfrei sind.

Wo wirkt THC?

Im Hirn bindet sich THC an die Rezeptoren für Anandamid, eine körpereigene Substanz. Diese Anandamidrezeptoren befinden sich im Grosshirn, im Kleinhirn, in einigen Kernen des Mittelhirns. Diese Strukturen sind für Wahrnehmungs- und Erkennungsprozesse, am Gedächtnis, an der Gemüts-Verfassung, an höheren intellektuellen und motorischen Funktionen beteiligt. Man versteht daraus, warum der Cannabiskonsum sich gerade auf diese Funktionen negativ und schädigend auswirkt.

Anandamid-Rezeptoren gibt es auch im Immunsystem, am Herz, in der Lunge, in hormonproduzierenden Organen und in Fortpflanzungsorganen. THC wirkt nicht nur an Rezeptoren dieser Organe, sondern auch unspezifisch in vielen weiteren Organen. Viele dieser Folgewirkungen kennt die Forschung noch nicht, einige sind jedoch bekannt. Sie werden im Folgenden dargestellt und sind durch jahrzehntelange Forschung und Erfahrung gesichert.

Cannabis ist gefährlicher als Tabak

Der Cannabisraucher inhaliert viel tiefer und behält den Rauch länger in der Lunge als der Tabakraucher, um möglichst viel Rauschmittel aufzunehmen. Aus dem selben Grund benutzt er keinen Filter, obwohl der Teergehalt im Rauch einer Cannabiszigarette viel höher ist als der einer reinen Tabakzigarette. Cannabisrauch enthält doppelt so viele krebserzeugende Stoffe wie Tabak. Dadurch ist das Krebsrisiko erhöht.

Cannabis ist ein Rauschgift, d. h. eine gesundheitsschädigende, rausch- und suchterzeugende Substanz.

Es führt zu einer Abhängigkeit. Dass die Entzugssymptome mild sind, ist auf die langsame Ausscheidungszeit aus dem Körper zurückzuführen. Die Entwöhnung von Cannabis ist ein langwieriger Prozess, bei dem der frühere chronische Konsument oft während Monaten mit negativen psychischen Auswirkungen konfrontiert ist.

Cannabiskonsumenten greifen viel leichter zu anderen Rauschgiften als ihre drogenfreien Altersgenossen. Mindestens 80 Prozent der späteren Heroin- und Kokainabhängigen haben ihre Drogenkarriere mit Haschisch bzw. Cannabis
begonnen.

Schädigende Auswirkungen auf den Körper

Gehirn

Der Rausch beim Cannabiskonsum ist Ausdruck einer Störung der Hirnfunktionen. THC legt sich an die Anandamid-rezeptoren. Dies führt zu folgenden Funktionsstörungen:

- Die Wahrnehmung ist eingeengt und verzerrt. Wesentliches kann nicht mehr von Unwesentlichem unterschieden werden. Dies verwechseln Haschischraucher mit "Bewusstseinserweiterung", sie realisieren diese Störung nicht.

- Auch das Kurzzeitgedächtnis ist gestört. Das Lernen ist dadurch stark erschwert.

- Aufmerksamkeit und Konzentration sind noch Stunden nach Abklingen des Rausches beeinträchtigt.

Auch noch 24 Stunden nach dem Rauchen einer Cannabis
-Zigarette konnten erfahrene Piloten am Flugsimulator nicht mehr sicher landen. Ihre Leistungen waren so stark vermindert, dass es in realen Flugsituationen zu katastrophalen Folgen hätte kommen können.

Noch Stunden nach Abklingen des Rausches sind also Aufmerksamkeit, Konzentrations-, Koordinations- und Reaktions-fähigkeit des Betroffenen beeinträchtigt. Seit einigen Jahren häufen sich die Meldungen über Unfälle, die von Cannabisrauchern verursacht wurden - nicht "nur" im Strassenverkehr und im Betrieb, sondern auch auf der Skipiste.

Atemwege

Viele regelmässige Cannabisraucher leiden unter chronischem Husten, Halsschmerzen und Entzündungen der Nasennebenhöhlen. Dies sind Folgen des hohen Teergehalts und der langen Inhalationszeit. Diese Beschwerden verschwinden wieder, wenn das Rauchen von Cannabis eingestellt wird.

Cannabis
rauch enthält ein Mehrfaches an krebserregenden Stoffen im Vergleich zu Tabakrauch. Krebserkrankungen der oberen Luftwege (Mundhöhle, Rachen, Kehlkopf) kommen bereits bei 20- bis 40-jährigen Konsumenten vor. Bei Tabakrauchern treten diese Krebsarten erst 20 bis 30 Jahre später auf.

Immunsystem

Das körpereigene Abwehrsystem (Immunsystem) bekämpft Bakterien, Viren und Krebszellen. Durch Cannabis wird es in seiner Funktionsweise beeinträchtigt.

Hormonsystem

Bei Cannabisraucherinnen ist der Menstruationszyklus oft gestört. Bei Männern kann die Bildung des Sexualhormons Testosteron in den Hoden vermindert sein. Folgen sind verminderte sexuelle Lust, das Auftreten von Impotenz oder eine Verzögerung der pubertären Entwicklung. Die Samenzellen (Spermien) werden geschädigt oder sind in grosser Zahl missgebildet, was zu zeitweiser Zeugungsunfähigkeit führen kann.

Schwangerschaft und Geburt

Wie bei Tabakraucherinnen treten auch bei Cannabisraucherinnen während der Schwangerschaft nicht selten Komplikationen auf. Die Neugeborenen haben meist ein geringeres Körpergewicht und entwickeln sich auch nach der Geburt langsamer als Kinder von Nichtraucherinnen. Das THC lässt sich auch in der Muttermilch nachweisen, womit die Gesundheit des Neugeborenen einer Cannabisraucherin auch beim Stillen gefährdet ist.

THC wird sich nie als Medikament bewähren können, weil es gravierende Nebenwirkungen hat. Es wirkt sich negativ aus auf Fahrtauglichkeit, Gedächtnis und Lernen, Hormonsystem und Psyche.

Schädigende Auswirkungen auf die Psyche

Regelmässiger Cannabiskonsum kann die seelische Entwicklung von jungen Menschen nachhaltig beeinträchtigen: Interesse und Leistungsbereitschaft für Schule und Beruf sinken, die Beziehungen in Familie, Freundeskreis und Partnerschaft werden gestört. Darüber hinaus sind depressive Verstimmungen, Angstzustände, Verfolgungsideen nicht selten. Selbstmord kommt bei chronischen Cannabisrauchern vergleichsweise häufiger vor.

Verminderte Lernfähigkeit und Lernbereitschaft

Weil Aufmerksamkeit und Denkvermögen gestört sind, ist der Jugendliche nicht mehr richtig in der Lage, dem Schulunterricht zu folgen. Vor allem das Kurzzeitgedächtnis ist beeinträchtigt. Häufige Folgeerscheinungen sind Nachlässigkeit und Gleichgültigkeit beim Erledigen gestellter Aufgaben und mehr oder weniger abrupter Leistungsabfall. Dies führt gehäuft zu Schuleschwänzen und zu vorzeitigem Abbruch von Schul- und Berufsausbildung.

Abkapselung von Familie und bisherigem Freundeskreis

Je häufiger ein junger Mensch Haschisch raucht, desto gleich-gültiger wird er gegenüber bisherigen positiven zwischen-menschlichen Kontakten und Freundschaften. Auch innerhalb der Familie geht er oft auf Distanz. Vermehrt treten Streitigkeiten mit den Eltern auf.

Rückzug aus Freizeitaktivitäten

Nur zu oft verliert der Jugendliche jegliches Interesse an seinen früheren Aktivitäten wie Sport.

Ein allgemeines Sichtreibenlassen und Passivität treten an die Stelle von Spontaneität, Kreativität und Engagement.

Amotivationales Syndrom

Der Haschischraucher wird zunehmend schwunglos und passiv. Er stumpft ab. Ihm fehlt der Antrieb. Alltagsanforderungen wie Aufstehen, Lernen und Arbeiten werden als zu mühsam und unsinnig empfunden. Ein Gefühl der Sinnlosigkeit, Freudlosigkeit, Unlust und Interesselosigkeit breiten sich aus. Man nennt diese Wesensveränderung auch Amotivationales Syndrom.

Regelmässiger Cannabiskonsum kann Psychosen auslösen

Nicht selten werden schwere psychische Erkrankungen wie Psychosen, einer Schizophrenie ähnlich, ausgelöst. Diese machen oft einen Klinikaufenthalt erforderlich und beeinträchtigen den Betroffenen nicht selten für sein ganzes weiteres Leben. Nicht vorsehbar ist, bei welchen Menschen zu welchem Zeitpunkt sich eine solche Wirkung von Cannabiskonsum zeigen kann.

Für Cannabis gilt das gleiche wie für alle andern Rauschdrogen: Es schädigt die seelische und körperliche Gesundheit des Menschen. Der gesunde Menschenverstand und unser ärztlicher Standpunkt gebieten es deshalb, vom Konsum solcher Substanzen dringend abzuraten.

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Informationen über Drogen, ihre Wirkung und deren Auswirkung auf Körper und Psyche des Menschen.



Drei Haschisch-Zigaretten enthalten soviel Teer und krebserregende Stoffe wie eine Packung mit 20 Zigaretten.


 


 

Was wissen wir heute über Cannabis?
Welches sind die Gesunhdeitsschäden?
Was ist wahr? Was ist falsch?



Nur wer mit klarem Kopf sein Leben anpackt und die ihm gestellten Aufgaben löst, wird ein erfolgreiches und sinnerfülltes eben führen können!



THC wird sich nie als Medikament bewähren können, weil es gravierende Nebenwirkungen hat. Es wirkt sich negativ auf Fahrtauglichkeit, Gedächtnis, Lernen, Hormonsystem und Psyche aus.



Cannabis ist ein Rauschgift, das heisst eine gesundheitsschädigende, rausch- und suchterzeugende Substanz.


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