Fakten zu Heroin


Heroin ist ein Rauschgift, das in kurzer Zeit zu schwerer Abhängigkeit führt. Die schnelle Gewöhnung an das Rauschgift bewirkt, dass der Süchtige immer häufiger immer grössere Mengen davon benötigt. Ansonsten treten unangenehme Entzugssymptome auf. Die bei dieser Sucht auftretenden Veränderungen der Persönlichkeit und die gesundheitlichen Folgen sind verheerend.

Was ist Heroin?

Gewonnen wird Heroin, genauso wie Morphin und Codein, aus dem Schlafmohn. Heroin ist ein Diacetylmorphin. Diese Diacetyl-gruppe ist das Vehikel, um das Morphin rascher an die Opiatrezeptoren zu bringen. Heroin hat dadurch eine kurze starke Rauschwirkung zur Folge.

Opiatrezeptoren im Gehirn

Heroin entfaltet seine Wirkung an den Opiatrezeptoren, den natürlichen Bindungsstellen für körpereigene Substanzen, den Endorphinen. Hohe Dichte von Opiatrezeptoren finden sich vor allem im Belohnungssystem des Gehirns, im Schmerzleitungssystem des Gehirns, des Rückenmarks, im Hippocampus (Gedächtnis), in der Amygdala (Sexualität und Aggression) sowie im Hypothalamus(Essen, Kampf- und Fluchtreaktionen). Daraus erklären sich die verschiedenen körperlichen und seelischen Folgen des wiederholten Heroinkonsums sowie die überaus schnelle und starke seelische Abhängigkeit, die bei den Heroinsüchtigen entsteht.

Toleranz und Abhängigkeit

Heroin führt zur Toleranzentwicklung, d.h. um den gleichen angestrebten Effekt zu erreichen, benötigt der Süchtige immer höhere Dosen. Der wiederholte Heroinkonsum erzeugt eine derart ausgeprägte Toleranz, dass massive Dosen (bis zum zehnfachen) zur Erzielung der gewünschten Wirkung oder – was das eigentliche Motiv ist – zur Verhinderung der Entzugsbeschwerden nötig sind. Solche hohen Dosen sind für Nichtsüchtige oder nach einem Unterbruch des Konsums tödlich durch sofortigen Atemstillstand.

Entzugssymptome

Sobald nach einigen Stunden die Wirkung nachlässt, treten spezifische biologische Reaktionen als Folge des Opiatmangels auf. Diese Reaktionen sind: Unruhe, Verlangen nach der Droge (craving), Schwitzen, extreme Angst, Depression, Reizbarkeit, Verstimmung, Fieber, Kälteschauer (Gänsehaut), starkes Würgen und Erbrechen, heftiger Durchfall, erhöhte Atemfrequenz (Keuchen), Krämpfe, Schlaflosigkeit und intensive Schmerzen. Ein Entzug ist nicht lebensbedrohend. Die Symptome ähneln in der Regel denen einer starken Grippe und klingen nach drei Tagen ab. Einzelne Symptome wie Schlaflosigkeit können einige Zeit bestehen bleiben.

Methadon

Dieses wird den Heroinsüchtigen als Ersatzstoff abgegeben. Es handelt sich um ein synthetisches Opiat, dessen Wirkungen denen von Morphin sehr ähnlich sind. Da es fast 24 Stunden wirkt, genügt die Einnahme einer einzigen täglichen Dosis. Beim Absetzen von Methadon entstehen ebenfalls Entzugssymptome, die meist länger dauern als bei Heroin.

Methadonprogramme haben nur dann einen Sinn, wenn sie in gut kontrolliertem Rahmen erfolgen und Abstinenz zum Ziel haben. Ansonsten betreiben die Methadonabhängigen einen Nebenkonsum aller möglichen anderen Drogen, sowie von Alkohol und von Tranquilizern. Es besteht die grosse Gefahr, dass sie zunehmend invalide d.h. mehr arbeitsunfähig werden.

 

Körperliche Folgeschäden

Opiatrezeptoren, an denen sich die körpereigenen Endorphine, aber auch die Opiate binden, besitzt der Mensch in vielen Körperorganen. Daraus sind auch die Folgeschäden der Überschwemmung des Körpers mit Opiaten wie Heroin zu erklären.

Lähmung des Atemzentrums

Heroin kann durch Lähmung des Atemzentrums zum Tod durch Ersticken führen. Man spricht dann von Tod durch Überdosis. Wie hoch diese Überdosis im Einzelfall ist, kann nicht berechnet werden. Da die Dosis, die eine Atemlähmung bewirkt, nur geringfügig höher als die rauscherzeugende Dosis ist, treten solche Überdosierungen, teils tödlichem Ausgang, häufig auf. Heroinkonsum ist dadurch für den grössten Teil der Drogentoten in der Schweiz verantwortlich.

Herabsetzung der Schmerzempfindung

Die Schmerzempfindung wird unterdrückt. Bei Morphin nutzt man diese Wirkung als Medikament gegen starken Schmerzen nach Operationen oder z.B. nach Herzinfarkt. Bei Heroinsüchtigen führt die mangelnde Schmerzempfindung und damit das Wegfallen eines körperlichen Warnsignals dazu, dass sie sich beispielsweise unbemerkt Verbrennungen durch Zigaretten zufügen. Auch Eitrige Infektionen z.B. an Zahnwurzeln werden allzu lange nicht bemerkt. Auch die Kälteempfindung ist gestört.

Appetitmangel und Gewichtsabnahme

Heroin führt zu Appetitmangel und in der Folge zu starker Abmagerung und Mangelernährungssymptomen.

Lungenschäden

Die Lunge wird schlechter durchlüftet und Wasser häuft sich im Lungengewebe (Wasserlunge)an, so dass die Atemleistung und die Sauerstoffaufnahme deutlich reduziert wird. So kann es auch ohne Überdosierung zu Todesfällen kommen.

Nachtblindheit

Es kommt zu starker Verengung der Pupillen, wodurch das Nachtsehen massiv beeinträchtigt wird, was im Strassenverkehr Unfälle zur Folge haben kann.

Chronische Verstopfung

Durch direkte Wirkung auf den Darm kommt es zu chronischer Verstopfung.

Schwächung des Immunsystem

Heroin schwächt die körpereigenen Abwehrkräfte gegen Krankheiten durch direkte Einwirkung ins Immunsystem.

Schwangerschaft und Geburt

Heroin führt bei schwangeren Frauen häufig zu Frühgeburten. Da das Neugeborene heroinabhängig auf die Welt kommt, macht es als erstes einen äusserst schmerzhaften, lebensgefährlichen Entzug durch. Die rauschgiftabhängigen Mütter sind zudem nicht in der Lage, dem Kind die lebensnotwendige Zuwendung und Pflege zu geben.

Gefahr für den Strassenverkehr

Im Strassenverkehr kann das notwendige Reaktionsvermögen bis zur Fahruntüchtigkeit eingeschränkt sein; der Süchtige gefährdet die anderen und sich selbst.

 All diese Schädigungen sind Folgen des Heroins selber, unabhängig von dessen Reinheitsgrad und unabhängig davon, ob es legal oder illegal ist. Auch eine ärztlich kontrollierte Abgabe von Heroin kann diese Gesundheitsschäden nicht verhindern.

 

Seelische Wirkungen

Heroin führt sehr rasch zu einer starken körperlichen und seelischen Abhängigkeit. Heroinsüchtige interessieren sich nicht mehr für ihre Umgebung, weder für Familie noch für Freunde. Ihr ganzes Denken kreist nur noch nur noch um den Konsum der Droge.

Heroinsüchtige verlieren das Verantwortungsgefühl für sich und andere und können oft den Ansprüchen des Berufslebens oder der Schule nicht mehr genügen. Sie kapseln sich ab und beschränken sich immer mehr auf oberflächliche Kontakte im Drogenmilieu. Folge davon sind Schul- und Lehrabbruch, Stellenverlust, Verlust der Fähigkeit, den gelernten Beruf auszuüben und schliesslich Verlust der Arbeitsfähigkeit.

Natürlich Hemmschwellen bauen sich ab. Angehörige und Bekannte werden belogen und bestohlen. Auf Grund des Abbaus aller Hemmschwellen werden kriminelle Handlungen und Prostitution zur Geldbeschaffung möglich.

So zerstört Heroin die Persönlichkeit des Abhängigen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einem Zerfall der Persönlichkeit.

Die Heroinsüchtigen empfinden ihr Leben zunehmend als sinnlos. Je länger der Drogenkonsum dauert, desto schwieriger wird der Ausstieg aus der Sucht. Die Sterblichkeitsrate und die Selbstmordrate ist bedeutend höher als bei nichtsüchtigen Gleichaltrigen.

Je länger der Drogenkonsum anhält, desto grösser wird die Gefahr einer bleibenden körperlichen und seelischen Schädigung, auch wenn der Süchtige schliesslich dank grösstem Einsatz von Fachleuten sowie von Familie, Freunden und Bekannten doch noch von den Drogen wegkommt. In jedem Fall aber hat er viele wertvolle Lebensjahre unwiderruflich an die Drogen verloren.

Gibt es eine Suchtphase ?

Heroin verursacht eine starke Abhängigkeit. Es ist nicht vorauszusagen, wie schnell sie bei einzelnen auftritt. Je länger die Sucht dauert, desto schwerwiegender ist der Persönlichkeitszerfall.

Es gibt keine «Suchtphase», die irgendwie einmal auch ohne Therapie zu Ende geht. Ein Heroinsüchtiger hört dann mit Rauschgiften auf, wenn er durch inneren Leidensdruck oder durch verschiedenste Einflüsse von Aussen dazu veranlasst wird. Die Grundlage für solch positive Einflüsse ist die eindeutige Stellungnahme der Gesellschaft gegen Drogen. Bedenkt man, dass gerade bei Heroin und Kokain jede einzelne Rauschgifteinnahme tödlich sein kann, ist es nicht nur verharmlosend, sondern geradezu unverantwortlich, von einer «zeitlich begrenzten Suchtphase» zu sprechen.

Heroinabgabe

Behauptet wird, mit der Heroinabgabe könnten wenigstens die schlimmsten gesundheitlichen und sozialen Folgeschäden der Drogensucht verhindert werden. Mit jeder Drogenabgabe wird die Suchtkrankheit eher verfestigt und verlängert. Dadurch haben die Abhängigen kaum mehr Anlass, mit dem Rauschgiftkonsum aufzuhören. Der Arzt, der Drogen abgibt, wird vom Süchtigen in erster Linie als Drogenlieferant betrachtet und nicht mehr als Helfer gegen die Sucht ernst genommen.

Die Polytoxikomanie (Abhängigkeit von verschiedenen Drogen gleichzeitig) nimmt durch die Rauschgiftabgabe zu, weil die Süchtigen die staatlich oder ärztlich abgegebenen Rauschgifte als zusätzliches Angebot betrachten.

Für medizinische Zwecke beispielsweise für die Schmerzbekämpfung gibt es bessere Medikamente als Heroin. Eine ganze Reihe hervorragender synthetischer Schmerzmedikamente steht den Ärzten zur Verfügung, weswegen Heroin als Heilmittel nicht angewendet wird.

Rauschgifte - auch vom Arzt abgegebene - sind eine chemische Zwangsjacke, aus der die Süchtigen sich nicht selbst befreien können. Durch das Heroin werden sie weiterhin körperlich und seelisch geschwächt. Einer verantwortungsvollen Arbeit nachzugehen, zum Gemeinwohl beizutragen und Freundschaften zu pflegen ist ihnen weiterhin nicht möglich.

Bei den sehr kostspieligen Heroinversuchen hat sich gezeigt, dass ein Grossteil der Versuchspersonen zusätzlich andere Rauschgifte zu sich nimmt und lediglich 5 % sich dazu entschliessen konnten, eine abstinenzorientierte Therapie zu beginnen.

Solange der Heroinkonsum andauert, gelingt die Wiedereingliederung in die Gesellschaft in der Regel nicht. Solche Drogensüchtige müssen zeitlebens von Sozialämtern, Krankenkassen und Invalidenversicherungen finanziell unterstützt werden.

Echte Mitmenschlichkeit verhilft den Süchtigen zu Entzug und Entwöhnung, damit er seine Persönlichkeit wieder aufbauen und lernen kann, ein sinnerfülltes Leben in Freundschaft und Freiheit zu führen.

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Informationen über Drogen, ihre Wirkung und deren Auswirkung auf Körper und Psyche des Menschen.

Heroin wir in der Schweiz vor allem gespritzt, aber auch geraucht und geschnupft. Heroin führt zu einer äusserst schweren Abhängigkeit mit allen Folgeerscheinungen einer Sucht, insbesondere zu einem Persönlichkeitszerfall.

Heroin führt sehr rasch zu einer starken körperlichen und seelischen Abhängigkeit.

Rauschgifte
- auch von Arzt abgegebene -
sind eine chemische Zwangsjacke, aus der die Süchtigen sich nicht selbst befreien können.

Die Heroinabgabe führt nicht zu einer wirklichen Verminderung der Schäden, sondern schafft zusätzliche Probleme und vergrössert den Schaden, der durch die Heroinsucht bereits angerichtet wurde.

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